Das muss kesseln!

Emden hat manche Besonderheit zu bieten - wie beispielsweise die Kesselschleuse - ein in Europa einzigartiges Bauwerk. Diese Rundkammerschleuse verbindet gleich vier Wasserstraßen für die Schifffahrt, die hier zusammenlaufen: den Ems-Jade-Kanal, den Emder Stadtgraben, das Fehntjer Tief und das Rote Siel, einen Ausläufer des Falderndelftes und damit des Emder Hafens. Und weil diese vier Wasserstraßen zumeist unterschiedliche Wasserstände aufweisen, bedarf es einer hochkomplizierten Schleusenanlage. Die Schleuse besteht aus einer Zentralkammer, dem so genannten Kessel, der einen Durchmesser von 33 Metern hat und vier weiteren, etwas kleineren Schleusenkammern. Über eine dieser vier Kammern werden ankommende Schiffe in die kreisrunde Zentralkammer geschleust und können den Schleusenkessel in drei Richtungen durch eine der anderen Schleusenkammern wieder verlassen.

Die Dauer der einzelnen Schleusenvorgänge hängt von der zu überwindenden Differenz der Wasserstände ab, da eine dementsprechende Menge Wasser durch die Schütze ein- oder ablaufen muss. Der Ausgleich des Wasserstandes erfolgt ohne den Einsatz von Pumpen, der Schleusenwärter selbst ist für den Zu- und Abfluss des Wassers, der durch Öffnen bzw. Schließen der richtigen Schütze gesteuert wird, verantwortlich. In der Emder Kesselschleuse werden jährlich bis zu 3.000 Schiffe geschleust, heutzutage sind das größtenteils Sportboote.

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