Die ersten Windmühlen gab es in Ostfriesland

Vor rund 600 Jahren, exakt war es das Jahr 1424, drehten sich zum ersten Mal die Flügel einer Windmühle - das war im Ort Esens, 25 Kilometer von Aurich entfernt. Beinahe 200 Mühlen holten sich  Anfang 1900 Energie aus dem ostfriesischen Wind - die höchste Bestandszahl. Etwa die Hälfte ist bis heute erhalten. Die Auricher Stiftsmühle ist mit einer Gesamthöhe von 29,95 Metern Höhe - nach der Windmühle in Hage - die zweithöchste Mühle Ostfrieslands. Um den Wind optimal zu nutzen, wurde sie, weil sie von Häusern umgeben ist, zwei Stockwerke höher gebaut als andernorts. Der so genannte Galerieholländer erstreckt sich über fünf Stockwerke und wurde aus rund 200.000 Ziegelsteinen gemauert. Ein Flügelpaar misst 24 Meter Länge. Die Mühle wurde 1858 erbaut. 1977 übernahm sie der Heimatverein Aurich, er machte aus dem Bauwerk ein Mühlenfachmuseum.

Heute dienen nur noch wenige alte Mühlen dem ursprünglichen Zweck, dem Mahlen des Korns, oder als Wasserschöpfmühlen, dem Entwässern von Feuchtgebieten. Aber in Krummhörn-Greetsiel, Großefehn-Spetzerfehn, Friedeburg-Horsten und Zetel-Ruttel sind noch echte Müller am Werk. Andere Mühlen sind zu Museen ausgebaut worden. Wenn sie ihr gehendes Werk nicht mehr haben, dienen sie als Bildergalerien, Cafés, Herbergen, und sogar als Standesämter werden sie genutzt. Für Urlauber bietet der Besuch dieser historischen Bauwerke eine ideale Möglichkeit, Land und Leute kennen zu lernen.

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