Wer erfand eigentlich die Ostfriesenwitze?

Doch, der Ostfriesenwitz hat einen Erfinder. Es war Borwin Bandelow, am 28.12.1951 in Göttingen geboren, und, das ist überhaupt kein Witz, der Mann ist heute Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, zudem Diplom-Psychologe und Psychotherapeut. Unglaublich! In den Jahren 1968 und 1969 hat dieser Doctore, damals völlig harmloser Schüler am Gymnasium Westerstede im Ammerland, in der Schülerzeitung „Der Trompeter“ eine Witz-Serie veröffentlicht - unter dem noch harmloseren Titel: „Aus Forschung und Lehre“. Gar nicht harmlos allerdings war die Tatsache, dass es in dieser Serie ausschließlich um die Verballhornung des so genannten „Homo ostfrisiensis“ ging - einem angeblich beschränkten Bewohner Ostfrieslands.

Was der Schüler Bandelow damals nicht ahnte: Damit löste er die erste große, bundesweite Witzewelle aus, der noch zahlreiche weitere folgen sollten: Witze über Manta-Fahrer, Blondinen und, und, und kamen hinzu. Der berühmte Emder Otto Waalkes brachte in seinem Bühnenprogramm jahrelang diesen Ostfriesenwitz, der zeigen sollte, dass es noch andere Bevölkerungsgruppen in Deutschland gibt: „Die Ostfriesen und die Bayern spielen Fußball. Da fährt ein Zug in der Nähe vorbei und pfeift. Die Ostfriesen denken, das Spiel ist zu Ende, und gehen nach Hause. (Pause) Eine halbe Stunde später fällt das erste Tor für die Bayern.“

Noch mal zurück zum Erfinder des Ostfriesenwitzes - und auch das ist eine Tatsache: Borwin Bandelow promovierte mit der Dissertation „Untersuchungen zur selektiven Züchtung der Mycel- und Blastosporenphase von Candida albicans und zur diagnostischen Wertigkeit präzipitierender Antikörper gegen Antigene der beiden Wachstumsformen“ zum Dr. med. Alles klar? Heute ist er außerplanmäßiger Professor für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Göttingen und Präsident der Gesellschaft für Angstforschung.

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